Es war ein magischer Abend im Chimki-Stadion, benannt nach der Gemeinde am nordwestlichen Rand von Moskau. Dabei hatte das Playoff-Rückspiel des FC St. Gallen alles andere als gut begonnen, nach 52 Sekunden war Daniel Lopar bereits bezwungen. Es folgten aufwühlende 87 Minuten, ehe Dejan Janjatovic mit einem Kabinettstückchen zwei Abwehrspieler aussteigen liess und mit einer «Spitzguuge» den FC St. Gallen endgültig in die Europa League und die vierhundert mitgereisten Fans in den Fussballhimmel schoss.
Seither sind wir FCSG-Fans ein paar Mal unsanft wieder in der Realität gelandet, doch was von jener Partie Ende August 2013 bleibt, sind einmalige Erinnerungen an ein Stück grün-weisse Fussballgeschichte – eng verknüpft mit dem Namen Chimki-Stadion. Die Spielstätte im Grossraum der russischen Hauptstadt ist nicht nur Sinnbild für Erinnerungen, die mit kontinuierlichen und werbefreien Namen besser zu bewahren sind, sondern auch ein Beleg dafür, warum es diese braucht. Würden sich ältere FCSG-Fans an dieses Stadion mit den hellblauen Sitzschalen erinnern, hätte es seither den x-ten Werbenamen getragen? Wohl weniger.
Auch zwei der Protagonisten von damals wissen, wie viele Emotionen in einem einzigen Wort stecken können. Daniel Lopar und Dejan Janjatovic haben angesichts unserer Kampagne für einen werbefreien Stadionnamen deshalb den Sitterstadion-Schal hochgehalten – nicht, um gegen etwas zu sein, sondern um für etwas einzustehen: für einen Namen, der nachhaltig verbindet. Für eine Entscheidung, die von einer breiten Basis kommt und Erinnerungen möglich macht, die Generationen überdauern.
Diese Basis reicht weit über das Spielfeld, den Dachverband 1879 oder den Espenblock hinaus – bis in den einstigen Weltcup. Cédric Noger, ehemaliger Skirennfahrer, verkörpert denselben Kampfgeist, den wir uns auf dem Fussballplatz wünschen. Orte wie das «Chuenisbärgli» waren für den Riesenslalomspezialisten stets mehr als nur greifbare geografische Punkte: Sie sind Namen, die Geschichten tragen, Gefühle wecken und Kräfte entfachen. Genau solche Anker braucht auch unsere Heimat.
Darum mach’s wie Lopi, Deki und Cédi: Es Chrüz fürs Sitterstadion!
